Ein Rentenportfolio bringt derzeit im Schnitt zwei Prozent Rendite. Anleger sollten damit zufrieden sein, denn mehr wird es auf absehbare Zeit nicht werden, sagen die Experten von Nordea Asset Management – eher im Gegenteil.

Grund ist die schwache Weltkonjunktur. Sie gehört aber auf lange Sicht zu den wichtigsten Renditetreibern. Von 2005 bis 2016 hat sich das globale Wachstum von 4,8 auf 2,9 Prozent abgeschwächt. Schuld daran sind vor allem der demografische Wandel und die geringe Produktivität.

Die beiden Hauptfaktoren für die weltweite Wachstumsschwäche werden sich mittelfristig nicht verbessern. Die demografische Entwicklung ist für die kommenden Jahre relativ klar vorauszusehen, die schwache Investitionstätigkeit lässt für die Produktivität nichts Gutes ahnen. Vor diesem Hintergrund rechnen die Nordea-AM-Experten bei US-Staatsanleihen in Zukunft mit einer jährlichen Rendite von 0,2 Prozent. Bei US-Investmentgrade-Corporates gehen sie mittelfristig von 0,8 Prozent durchschnittlicher Rendite aus, im Hochzinsanleihen-Segment erwarten sie im Schnitt 2,2 Prozent. Für europäische Schuldtitel liegen die Erwartungen sogar noch tiefer.

Neue Nüchernheit
Angesichts der schlechten Wachstums- und Renditeerwartungen ist es nicht selbstverständlich, mit Anleihen überhaupt noch Erträge zu erwirtschaften. Die Fondsindustrie wird kämpfen müssen, um mit Rentenprodukten eine attraktive Performance zu erzielen – es sei denn, die Fondsmanager setzen stärker auf Risiko.

Weil die makroökonomischen Wachstumstreiber die meisten Investmentrenditen beeinflussen, gibt es kaum eine Möglichkeit, dem Trend zu entkommen. Das Makro-Umfeld hat sich den strukturellen Problemen angepasst. Anleger sollten das Gleiche tun, raten die Nordea-Experten: indem sie ihre Renditeerwartungen den wirtschaftlichen Verhältnissen anpassen. (fp)