Die Finanzmärkte sind in eine spannende Phase eingetreten, urteilt Georg Graf von Wallwitz, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Eyb & Wallwitz und Manager der Phaidros-Fonds. "Es könnte sein, dass wir dabei sind, den Finanzkrisen-Modus, der die Börsen in den vergangenen zehn Jahren geprägt hat, hinter uns zu lassen", sagt er. In der vergangenen Dekade war die westliche Wirtschaftswelt von Stagnation geprägt. Nun geht es offenbar allenthalben wieder aufwärts.

Die Anzeichen häufen sich, dass die Nachfrage anzieht, die Zinsen ihren Tiefpunkt gesehen haben und die Industrieproduktion angesprungen ist. Ob es schon an der Zeit ist, die Phase der Stagnation für überwunden zu erklären, muss sich allerdings noch zeigen, warnt Wallwitz. "Ein großer Teil der gegenwärtigen Hausse an den Börsen ist der Erleichterung zu verdanken, dass Trump bislang im Wesentlichen mit sich selbst und seinem Twitter-Account beschäftigt war und nicht etwa einen Handelskrieg mit China begonnen oder die Nordamerikanische Freihandelszone aufgekündigt hat."

Mehr Risiko trotz Strohfeuer-Gefahr
Trumps Ankündigungen, die Staatsausgaben massiv zu erhöhen und Steuern zu senken, sind Musik in den Ohren der Börsianer. Trotzdem ist eine gewisse Vorsicht angebracht. "Bloße Ankündigungen reichen für ein Strohfeuer an den Börsen, nicht aber für einen echten Paradigmenwechsel", sagt Wallwitz.

Dennoch geht der Vermögensverwalter wieder stärker ins Risiko. "Wir haben wieder Schwellenländer, Zykliker und verstärkt auch Finanztitel im Depot", sagt er. "Lange Laufzeiten meiden wir bei Anleihen ebenso wie Pfandbriefe und Staatsanleihen. Der Rest ist Glück oder Pech." (fp)