Die Manager von Norwegens Staatsfonds sehen ihre Arbeit bedroht. Der Grund sind mögliche Mittelabzüge der Regierung in Milliardenhöhe. Dies bringe die langfristige Anlagestrategie in Gefahr, sagte Egil Madsen von der norwegischen Notenbank auf der geldpolitischen Tagung in Jackson Hole. Madsen überwacht die Arbeit des rund 800 Milliarden Euro schweren Fonds. Das Vehikel verwaltet die Gewinne aus den Öleinnahmen des Landes und ist eine wichtige Stütze der Altersvorsorge für Norwegens Bevölkerung.

Die Regierung in Oslo will allein in diesem Jahr bis zu 20 Milliarden Euro aus dem Fonds abziehen. Damit wollen die Minister den Staatshaushalt stützen, der unter dem derzeit niedrigen Ölpreis leidet. Die Regierung kann bis zu vier Prozent des Fondsvolumens pro Jahr abziehen. Die Forderung wäre also legal. Dennoch gerät sie immer mehr in die Kritik, da der Pensionsfonds angesichts der niedrigen Zinsen zunehmend Schwierigkeiten hat, auskömmliche Renditen zu erwirtschaften.

Korrektiv an den Märkten
Der Ölfonds gilt als der größte Aktieninvestor der Welt. Bis zu 60 Prozent des Volumens können die Manager in den Aktienmärkten investieren. Aufgrund seiner langfristigen Ausrichtung galt das Vehikel oftmals als Korrektiv an den Märkten, dass kurzfristige Ausverkäufe aussaß oder sogar für Zukäufe nutzte. Angesichts der niedrigen Zinsen werden die Anlagerichtlinien überprüft. Der Fonds soll noch mehr Aktien halten sowie sein Engagement in alternativen Anlageklassen wie Infrastruktur-Investments ausbauen dürfen. (ert)