Bloß nichts riskieren: Zahlreiche Investoren lassen ihr Geld lieber renditelos auf dem Sparbuch versauern, statt in lukrativere Anlageformen zu wechseln. Auf absehbare Zeit dürfte sich – ohne sachkundigen Beistand – daran wenig ändern. Fast die Hälfte der Deutschen will das Zinstief am liebsten aussitzen und kein höheres Wagnis bei der Geldanlage in Kauf nehmen, um eine einigermaßen auskömmliche Rendite zu erzielen. Das zeigt eine Studie der Deutschen Bank, für die bis Mitte September rund 500 Bundesbürger per Online-Befragung teilnahmen.  

Demnach bevorzugen die Befragten nach wie vor Spareinlagen (20 Prozent), Tages- und Festgelder (19 Prozent) sowie Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen (14 Prozent). Nur 13 Prozent planen überhaupt, in Aktien anzulegen, sieben Prozent in Investmentfonds.

Besonders erschreckend: Mit 64 Prozent erwartet eine Mehrheit der Deutschen, dass ihr Erspartes durch die anhaltenden Niedrigzinsen künftig weniger wert sein wird. Demnach gehen fast ebenso viele der Befragten davon aus, dass das historisch niedrige Zinsniveau noch bis zu drei Jahren anhält. Ein weiteres Drittel rechnet sogar mit vier bis zehn Jahren. 

Aufklärung dringend nötig
"Viele Deutsche waren immer kluge Sparer", sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank: "Aber die Zeiten haben sich geändert." Wer ohne Blessuren durch das aktuelle Zinstal gehen will, muss sein Geld streuen und sich mit anderen Anlageklassen wie etwa Aktien beschäftigen. "Das größte Risiko ist mittlerweile, gar nichts zu tun", sagt Stephan. Das Ergebnis der Studie zeige einmal mehr, dass Fondsanbieter und Berater aktiv erklären müssen, weshalb und für wen Aktien, Fonds oder Zertifikate im Zinstal sinnvoll sein können. (fp)