Die großen Notenbanken werden im laufenden Jahr damit beginnen, die Billionen US-Dollar abzuziehen, mit denen sie die Volkswirtschaften in der vergangenen Dekade unterstützt haben, sagt Salman Ahmed, Chef-Anlagestratege bei Lombard Odier Investment Managers. Trotzdem müssen sich Anleger seiner Einschätzung nach keine Sorgen über eine explodierende Inflation machen. "Das Goldilocks-Szenario, also ein weitgehend stabiles Wirtschaftsumfeld mit gedämpfter Inflation, dürfte sich in der ersten Jahreshälfte 2018 fortsetzen", so Ahmed.

Der Stratege hält es bei allem Optimismus allerdings durchaus für möglich, dass die Volatilität sprunghaft steigt oder die Märkte plötzlich korrigieren. "Weil der aktuelle Konjunkturzyklus in eine reifere Phase eintritt, sind Anleger gut beraten, nicht nur nach Rendite zu streben, sondern auch die Sicherheit ihrer Portfolios zu erhöhen", betont er. Vieles hängt davon ab, wie geschickt die Zentralbanken ihr weiteres Vorgehen kommunizieren und wie schnell sie die Zinsen im Vergleich zu den Erwartungen der Anleger anheben.

Immer schön flüssig bleiben
Sollte die Inflation wider Erwarten doch in die Höhe schnellen, besteht das Risiko, dass die Notenbanken deutlich zu spät reagieren, warnt Ahmed. Generell sollten Investoren nun ein geschicktes Drawdown-Management betreiben und bei Anleiheinvestments zudem auf ausreichend Liquidität achten. "Rentenanleger sollten von Benchmarks Abstand nehmen, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind und aufgrund ihrer Struktur Fremdverschuldung honorieren", rät der Stratege. Anlagechancen sieht er derzeit vor allem in Europa und in den Schwellenländern. (fp)