Die Allianz Deutschland muss sich demnächst einen neuen Chef suchen. Manfred Knof verlässt den Versicherer spätestens bis Ende des Jahres. Der 52-Jährige hat den Aufsichtsrat gebeten, ihn zum Jahresende aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Vertrag zu entlassen. Das teilte die Allianz FONDS professionell ONLINE auf Anfrage mit.

Knofs Nachfolger soll einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge der jetzige Italien-Chef der Allianz werden: Klaus-Peter Röhler, ebenfalls 52 Jahre alt und seit 1996 im Konzern, genieße einen ausgezeichneten Ruf. Die Personalie soll am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung der Allianz Deutschland bestätigt werden.

Zoff mit Oliver Bäte als wahrer Beweggrund?
Dem weiteren Bericht der SZ ist zu entnehmen, dass der Weggang nicht ganz freiwillig kommt. Knof und Oliver Bäte, Vorstandschef der Konzernmutter Allianz, sollen zum Schluss nicht gerade das beste Verhältnis zueinander gepflegt haben. So habe es noch vor einem halben Jahr einen handfesten Streit zwischen dem Allianz-Führungsteam unter Bäte und der deutschen Tochter unter Knof gegeben. Hierbei soll es insbesondere um den Führungsstil von Bäte, Probleme mit der Konzern-IT und unterschiedliche Auffassungen zur Produktentwicklung gegangen sein. Erschwerend kam wohl hinzu, dass Knof intern äußerte, er traue sich den Job von Bäte zu.

Speziell die IT ist seit längerer Zeit ein wunder Punkt bei der Allianz. Der Versicherungsriese muss die digitale Transformation stemmen, die die gesamte Branche erfasst hat: Zum einen wollen die Kunden verstärkt über Online-Kanäle betreut werden. Zum anderen ermöglicht die technische Entwicklung den Versicherern, auch interne Prozesse, inklusive der Bearbeitung von Schäden, zu digitalisieren und damit kostensparender umzusetzen. Wer hier den Anschluss verliert, steht also bald vor massiven Problemen. Dem Vernehmen nach hinkt die Allianz bei der Digitalisierung aber hinterher.

Gerade von der deutschen Tochter verlangt Bäte der SZ zufolge fast Unmögliches: Sie soll in Deutschland ihren schrumpfenden Marktanteil in Kernsparten wie der Autoversicherung wieder ausbauen, wo die HUK-Coburg die Allianz abgehängt hat. Gleichzeitig solle sie den digitalen Umbau mit voller Energie voranbringen. Dies könnte der Grund gewesen sein, dass Knof nun geht. (jb)