Andreas Dombret, im Vorstand der Bundesbank zuständig für die Bankenaufsicht, räumt seinen Posten. Wenn seine achtjährige Amtszeit Ende April 2018 vorüber ist, wird er für eine zweite nicht zur Verfügung stehen. Dies habe Dombret dem Bundesbank-Vorstand und seinen engsten Mitarbeitern am Dienstag mitgeteilt, berichten diverse Medien, darunter die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und manager-magazin.de. Zuvor habe er bereits das Bundesfinanzministerium über seine Entscheidung in Kenntnis gesetzt.

Aufgrund seiner Lebensplanung komme eine Vertragsverlängerung für ihn nicht in Frage, sagte der 58-jährige Dombret der "FAZ" zufolge. In Medienberichten war vorher dagegen stets die Rede davon gewesen, der Bankenaufseher habe Interesse an einer zweiten Amtszeit. 

Der ehemalige Investmentbanker kam im Jahr 2010 zur Bundesbank. In internationalen Gremien setzte er sich stark für neue Eigenkapitalvorschriften für Banken ein. Nach der Finanzkrise engagierte sich Dombret zudem für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Banken und Regulierern.

Außer Dombret wird 2018 auch der für den Bargeldverkehr zuständige Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele seine Position verlassen. Einen der frei werdenden Posten darf das Bundesfinanzministerium besetzen, den anderen gemeinsam die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen. Chancen auf Dombrets Nachfolge hat manager-magazin.de zufolge der 48-jährige niedersächsische Europa-Abgeordnete Burkhard Balz (CDU).

Die Vorgaben der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank legen fest, dass Dombret nach dem Ende seiner Amtszeit ein Jahr lang keine Aufgabe in der Finanzwirtschaft übernehmen darf. Bisher ist nicht bekannt, welche Pläne er in naher Zukunft hat. (am)