Der frühere CDU-Politiker und heutige Chefkontrolleur von Blackrock Deutschland, Friedrich Merz, hat offenbar eine neue Nebentätigkeit gefunden: Gemäß gleichlautender Medienberichte soll er ab Januar 2018 für die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen als Vermittler in Fragen zu möglichen Brexit-Turbulenzen fungieren und sich zugleich um die transatlantischen Beziehungen kümmern. Die Personalie wolle das Kabinett unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an diesem Dienstag beschließen, berichtet die Nachrichtenagnetur DPA.

Aus wirtschaftlicher Sicht macht die neue Funktion durchaus Sinn: Das bevölkerungsreichste Bundesland ist mit RWE, Deutscher Telekom, Thyssen-Krupp, Eon, Metro, Deutscher Post, Vonovia, Bayer sowie Henkel Sitz zahlreicher Dax-Konzerne, die geschäftsseitig vom eingeleiteten EU-Abschied Großbritanniens hart getroffen werden könnten.

Als mögliche Rückkehr auf die politische Bühne will Merz, der einst als Hoffnungsträger der CDU galt und 2009 seinen Posten als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten aufgab, seine neue ehrenamtliche Tätigkeit nicht verstanden wissen: "Das bedeutet absolut kein Comeback als Politiker", sagte er gegenüber der "Bild"-Zeitung, die als erste über die Personalie berichtet hatte. (ps)