Weitere personelle Änderungen an der Spitze der Deutschen Bank: Nachdem Vorstandschef John Cryan vor zehn Tagen abtreten musste, folgt ihm nun IT-Chefin Kim Hammond. Sie scheide im gegenseitigen Einvernehmen zur Hauptversammlung am 24. Mai aus. Über ihre Nachfolge werde der Aufsichtsrat in Kürze nach Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden entscheiden, teilt die Bank mit.

Der Abschied kündigte sich aber schon vor einem Monat an. Medien berichteten, dass die gebürtige US-Amerikanerin die Bank auf einer internen Führungskräftetagung sinngemäß als "unfähigste" und "unorganisierteste" Firma bezeichnet hatte, für die sie jemals gearbeitet habe. Hammond hatte diese Äußerungen, die die Deutsche Bank übrigens nicht dementierte, vor allem auf die IT der Bank bezogen. Mit der Kritik an der überholten EDV der Bank steht sie nicht alleine. Ex-Chef Cryan hatte die eigenen Datenverarbeitungssystem kurz nach seinem Amtantritt ebenfalls als "lausig" bezeichnet.

"Nur noch" 32 Betriebssyteme
Kritiker warfen Hammond, die seit 2013 bei dem Institut war, aber vor, selbst nicht genug zur Behebung der Probleme beigetragen zu haben. Sie selbst hatte die Arbeit ihrer Abteilung indes gelobt, da man es geschafft habe, die Zahl der Betriebssysteme von 45 auf 32 zu reduzieren. "Und auch die Zahl der Abgleiche zwischen den Systemen haben wir deutlich gesenkt: Wir mussten seltener manuell eingreifen, und die Systeme arbeiten schneller und präziser", verkündet Hammonds damals in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

"Kim Hammonds hat frischen Wind in die Bank gebracht – mit dem Blick von außen und viel Erfahrung mit organisatorischen Veränderungen", kommentierte der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner. "Sie hat Digital-, Daten- und Sicherheitsplattformen aufgebaut, die ein starkes Fundament für unsere Bank bilden. Wir wünschen ihr weiterhin viel Erfolg." Der frische Wind wurde zuletzt aber wohl eher zu einem Sturm der Entrüstung, der sie "wegfegte". (jb)