John Cryan gehört nicht mehr zu den Spitzenverdienern im Dax. Der Chef der Deutschen Bank bekam für das vergangene Jahr "nur“ sein Grundgehalt von 3,8 Millionen Euro ausgezahlt, wie aus dem am Montag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorging. Ab diesem Jahr ist das Fixum für den Vorstandsvorsitzenden sogar auf 3,4 Millionen Euro gedeckelt. Zum Vergleich: Das Rekordgehalt unter den 30 Unternehmensmitgliedern im deutschen Leitindex strich 2016 SAP-Chef Bill McDermott ein. Auf sein Konto flossen satte 15,3 Millionen Euro.

Wie die übrigen Bankvorstände verzichtet der gebürtige Brite Cryan damit wie angekündigt auf alle erfolgsabhängigen Extras. Besser gestellt werden dafür seine beiden neuen Stellvertreter, Marcus Schenck und Christian Sewing, deren Fixgehalt von 2,4 Millionen auf drei Millionen Euro steigt, wie das "Handelsblatt" berichtet. Insgesamt kostete das Top-Führungsgremium die Bank im vergangenen Jahr etwas weniger als 26 Millionen Euro, im Jahr 2015 waren es beinahe 23 Millionen Euro gewesen. Der leichte Zuwachs hat damit zu tun, dass einige Spitzenmanager – unter anderem Cryan selbst – das erste volle Geschäftsjahr dem obersten Führungskreis des Bankprimus angehören.

Generell sind die Zeiten grenzenloser Gehaltszuwächse bei Deutschlands führender Geschäftsbank passé. Auch wenn das Jahr 2017 optimal laufen sollte, beträgt die Gehaltsobergrenze in der Deutschen Bank inklusive Erfolgsprämie 9,85 Millionen Euro je Vorstand. 

Harte Einschnitte bei der variablen Vergütungen gab es auch für den Rest der Belegschaft. Insgesamt wurden die Boni im Vorjahresvergleich um 77 Prozent auf rund 500 Millionen Euro zusammengestrichen, hat die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) ausgerechnet. Die Personalkosten gingen dadurch um 1,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro zurück. 316 Deutsch-Banker verdienten 2016 mindestens eine Million Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 756 gewesen. (ps)