Der Start des Regelwerks Mifid II im Jahr 2018 wird die ohnehin sinkenden Gebühren in der Finanzdienstleistung zusätzlich unter Druck setzen, erwartet Mike O’Brien, Europachef des Fondsanbieters J.P. Morgan Asset Management. Zudem seien steigende Kosten zu erwarten, sagt O’Brien im Interview mit dem "Handelsblatt": "Research muss dann bezahlt werden, die Dokumentation des Wertpapierhandels wird aufwendiger, ebenso die Reports an die Kunden." Eine weitere Konsolidierung der Branche sei deshalb unvermeidlich. 

Großbritannien werde indes nach wie vor Trendsetter in der Vermögensverwaltung bleiben. Die britische Finanzaufsicht FCA dürfte sich künftig noch stärker auf die Gebühren konzentrieren, sagt O‘Brien. Die FCA hat erst vor zwei Jahren bei den betrieblichen Altersvorsorge-Sparplänen einen Gebührendeckel von 0,75 Prozent jährlich gesetzt. Diese Obergrenze könnte sogar auf 0,5 Prozent gesenkt werden. "Solche Aufsichtsregeln für Gebühren könnten zu einem globalen Trend werden", sagt O’Brien. 

Behörden als Verbraucherschützer
Die Behörden dürften sich somit also noch stärker als Verbraucherschützer profilieren. "Die FCA fragt, ob Anleger einen fairen Gegenwert für ihr Geld bekommen", so der J.P.-Morgan-AM-Europachef. Eine entsprechende Studie habe die britische Finanzaufsicht bereits durchgeführt, das Ergebnis soll es Ende des ersten Halbjahres vorliegen. "Dann könnte die FCA zum Beispiel kritisieren, dass Größenvorteile nicht an die Kunden weitergegeben werden", sagt O’Brien. (fp)