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06.02. | 2012

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Geschlossene Fonds 2011: "Täuschend echte" Zahlen

Bereits vor dem morgen beginnenden VGF Summit in Frankfurt, auf dem der Verband Geschlossene Fonds seine Branchenzahlen für das Jahr 2011 präsentieren wird, haben zahlreiche Emissionshäuser ihre Vertriebsergebnisse veröffentlicht. Mit einigen Ausnahmen fallen die Platzierungszahlen insgesamt sehr schwach aus, insbesondere bei der Berechnung des Neugeschäfts durch die Subtraktion des eingeworbenen Sanierungskapital vom gemeldeten Platzierungsergebnis. Vorsicht ist – wie schon in den vergangenen Krisenjahren – bei der Verwendung der Begrifflichkeiten geboten. Eine einheitliche Nomenklatur und Zählweise gibt es nicht.

Die am heutigen Montag von MPC Capital gemeldeten Ergebnisse verdeutlichen die Möglichkeiten der Zahlenkosmetik: Das Emissionshaus meldete ein Platzierungsergebnis in Höhe von 147,1 Millionen Euro (exklusive Agio) und berichtete heute mittels Aussendung, die selbst gelegte Hürde von 120 Millionen Euro übersprungen zu haben. Historisch betrachtet bezieht sich das eingeworbene Eigenkapital der Branche auf Fonds für Privatanleger (inklusive Private Placements). Dafür liegen Vergleichszahlen der früheren Jahre vor.  MPC hat bei institutionellen Investoren und Firmenkunden nach eigenen Angaben 10,1 Millionen Euro Eigenkapital akquiriert. Zur Fortführung notleidender Schiffsfonds haben Anleger 26,1 Millionen Euro beigetragen. Auf das Neugeschäft entfielen bei MPC im Jahr 2011 also nur 110,9 Millionen Euro. Im Jahr 2010 erreichte MPC mehr als 150 Millionen Euro im Neugeschäft mit den "klassischen" geschlossenen Fonds. Auf die Veröffentlichung einer übersichtlichen Tabelle, in der korrekterweise die Platzierungswerte mit und ohne Agio ausgewiesen sind, hat MPC in diesem Jahr verzichtet.
 
Trotz einer achtprozentigen Steigerung schnitt HCI Capital wieder schwächer als MPC ab. 58 Millionen Euro für Schiffe und 28,6 Millionen Euro für einen Immobilienfonds ergeben das Neugeschäft von 86,6 Millionen Euro. Außerdem warb der Initiator nach eigenen Angaben etwa 20 Millionen Euro Sanierungskapital für Schiffsbeteiligungen ein. 
 
Die Bankentochter KGAL gab in der vorigen Woche ein Platzierungsergebnis von 494 Millionen Euro bekannt. 108 Millionen Euro sammelten Publikumsfonds ein, weitere drei Millionen Euro entfielen auf Private Placements. Der Anker im Neugeschäft sind jedoch institutionelle Vehikel, für die das Emissionshaus im vergangenen Jahr Kapitalzusagen in Höhe von 383 Millionen Euro erhalten hat. Was phänomenal klingt, dürfte für das Emissionshaus tatsächlich enttäuschend sein: Denn das Privatkundengeschäft brach gegenüber 2010 um 42 Prozent ein. Die Gesamtplatzierung legte aber um rund 3,5, Prozent zu. 
 
Wealthcap, ebenfalls ein Anbieter aus dem Bankensektor, erreichte 2011 rund 225 Millionen Euro (inklusive Agio). Im Branchenvergleich hervorstechend ist das Platzierungsergebnis der Private-Equity-Fonds, die zusammen 88,9 Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt haben. Allerdings ist die Eigenkapitalakquisition im Vergleich zum Jahr 2010, in dem Wealthcap nach eigenen Angaben 275 Millionen Euro (inkl. Agio) eingeworben hatte, um rund 18 Prozent gesunken. (ae)

Quelle:FONDS professionell

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