In den Schwellenländern steigen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) besonders stark, sagt Jeremy Lawson, Chefvolkswirt von Aberdeen Standard Investments. So wuchs etwa die Zahl der Patentanmeldungen in China von 1,2 Millionen im Jahr 2010 auf 3,5 Millionen im Jahr 2016. Die Zahl der Patenterteilungen kletterte im selben Zeitraum von 815.000 auf 1,8 Millionen. Weil Spitzentechnologie mittlerweile nicht mehr so weit verbreitet ist wie früher, profitiert davon vor allem eine kleine Gruppe von Unternehmen, sagt Lawson.

Zugleich steigen die Kosten, die Unternehmen stemmenmüssen, um Neuheiten zu entdecken und zu entwickeln. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis von FuE-Aufwendungen hat sich zuletzt verschlechtert, zeigen Studien. "In dem Maße, in dem fortschrittliche Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Elektromobilität zu Triebkräften der Weltwirtschaft werden, könnten der Aufwand für das Erringen einer dominierenden Stellung und deren Schutz durch Patente oder weitergehende Forschung einen größeren Strukturwandel darstellen als die Innovation selbst", so Lawson.

Ideen schlagen industrielle Stärke
Generell werden Innovationen und der Schutz des geistigen Eigentums sowohl für Unternehmen als auch für Regierungen immer wichtiger, sagen die Volkswirte von Aberdeen Standard. Der Schutz neuer Ideen wird Bestandteil von immer mehr Handelsabkommen. Regierungen tun mehr, um ausländische Übernahmen zu verhindern, und Länder starten ehrgeizige Programme, um Innovationen in einer bisher raren Größenordnung anzuregen. Nach Ansicht der Volkswirte spiegeln diese Trends sowohl einen Wandel in der Wirtschaft als auch Veränderungen im Bereich der Innovationen selbst wider. (fp)