Anleger sollten den klassischen Mix aus Aktien und Anleihen hinterfragen und sich stärker auf alternative Investments konzentrieren, rät das Multi-Asset-Team von Aberdeen Asset Management. Grund: Staatsanleihen dürften in der kommenden Dekade nur äußerst dürftige Erträge abwerfen. Selbst am Aktienmarkt wird nach Einschätzung der Aberdeen-Experten nicht mehr so viel zu holen sein – insbesondere dort, wo die Bewertungen heute schon überzogen sind. Langfristig dürften die Aktienmärkte unter dem demografischen Wandel, schwacher Produktivität und dem Ende des chinesischen Kreditbooms leiden.

Aktien und Anleihen werden für viele Anleger weiterhin eine wichtige Rolle spielen. "Die herkömmlichen Allokationsmodelle mit einer 60:40-Aufteilung sind allerdings für das schwache Umfeld der Gegenwart ungeeignet", sagt Aberdeen-Investmentstratege Craig Mackenzie. Dieses Modell habe funktioniert, solange Staatsanleihen sechs Prozent Rendite abwarfen. "Bei Renditen von einem Prozent stößt es jedoch an Grenzen", sagt Mackenzie. "Wir sehen mehr Potenzial in einer Kombination aus Aktien und einem diversifizierten Portfolio alternativer Anlagen."

Wenn Renten, dann Schwellenländer
Bei Aktien sehen die Experten im Gegensatz zu Anleihen immerhin noch etwas bessere Investmentmöglichkeiten. "Der europäische Konjunkturzyklus kommt in Schwung, und Schwellenmärkte sind relativ günstig", sagt Mackenzie. "Viele der besten Anlagemöglichkeiten sehen wir jedoch bei alternativen Investments." Auf der Rentenseite schaut sich Aberdeen vor allem in den Emerging Markets um. "Bei Schwellenländer-Anleihen in Landeswährungen halten wir Renditen von sechs Prozent für möglich", erklärt der Stratege. (fp)