Die Inflation ist nach Deutschland zurückgekehrt. Im vergangenen Jahr lag sie bei 1,8 Prozent. Die Zinsen sind unterdessen weiterhin im Keller. "Ein Inflationsausgleich über festverzinsliche Anlagen erscheint aktuell kaum möglich", sagt Thilo Stadler, Vermögensverwalter bei I.C.M. Independent Capital Management. "Daher ist es notwendig, dass Sparer im Sinne des Kapitalerhalts auf eine strukturierte Allokation setzen."

Angenommen, die Inflation liegt bei zwei Prozent, die Kosten für die Vermögensverwaltung bei 1,5 Prozent pro Jahr. Damit am Ende zumindest eine schwarze Null steht, muss eine Geldanlage 3,5 Prozent Rendite pro Jahr abwerfen. Unter Berücksichtigung von Kapitalertragssteuern sollten Anleger eher vier Prozent jährliche Rendite anpeilen. "Das ist durchaus erreichbar", so Stadler.

Aktienmarkt plus Inflationsschutz
Die Kosten der Geldanlage lassen sich relativ einfach minimieren, etwa über ein ETF-Investment. Größter Renditefresser bleibt mithin die Inflation – auch wenn sie auf den ersten Blick unsichtbar ist. "Dem entgehen Anleger, indem sie ihr Vermögen auf der einen Seite an den Märkten investieren und die Chancen nutzen, die sich durch Kursgewinne und Dividenden bei der Aktienanlage bieten", sagt der Vermögensverwalter.

Daneben rät Stadler zu Gold und Rohstoffen als zusätzlichem Inflationsschutz: "Gold gilt weiterhin als weltweit stärkste Währung und kann nicht einfach multipliziert werden", erklärt er. "Gerade in Zeiten hoher Verschuldung bringt dies einen Mehrwert." (fp)