Ausbleibende Reformen in den USA, die politische und ökonomische Stabilisierung der Euro-Zone sowie unterschiedliche Zinserwartungen haben im bisherigen Jahresverlauf die Erholung des Euros vorangetrieben. Die Attraktivität der europäischen Gemeinschaftswährung könnte anhalten, solange auch die Skepsis gegenüber der Regierung von US-Präsident Donald Trump anhält, sagt Thomas Heidel, Leiter Research bei der Vermögensverwaltung Fidal. 

Auch die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone hat zum Erstarken der Gemeinschaftswährung beigetragen. "Wenn sie nicht gestört wird, etwa durch den Verlauf der Brexit-Verhandlungen, wird sie den Euro ebenfalls weiter stützen", sagt Heidel. In den 19 EU-Staaten der Eurozone lief es in den vergangenen Monaten in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht sehr gut. Nach Startschwierigkeiten profitierte Europa von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und allgemein vom globalen Wirtschaftswachstum. In der EU stieg das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2017 um überraschend starke 2,3 Prozent.

Es kam anders als gedacht
Die Wahl Trumps zum US-Präsidenten hatte eigentlich für eine Stärkung des US-Dollars gesprochen. Trump wollte das Land zu seiner ehemaligen Größe zurückführen und vor allem die Wirtschaft stärken. "Es kam anders als gedacht", sagt Heidel. Von Anfang an verbreitete der neue US-Präsident hektische Aktivitäten mit Hilfe von Dekreten, konnte sich aber in der politischen Landschaft nicht etablieren. Neben personellen Problemen mit seinen Mitarbeitern und Affären um seine Verbindungen zu Russland wurden bisher seine Pläne nicht im Ansatz verwirklicht.

"Dass die Kurse von US-Aktien im Jahr 2017 trotzdem deutlich zulegen konnten, verdanken sie dem ohnehin guten US-Wirtschaftswachstum und den großen Firmen, welche die Gewinnrezession in 2016 beenden und die Erträge im ersten Halbjahr 2017 um etwa zehn Prozent steigern konnten", sagt Heidel. (fp)