Das Umfeld an den Aktienmärkten sieht derzeit noch recht positiv aus – am Horizont ziehen allerdings dunkle Wolken auf, warnt Ottmar Wolf, Vorstand der Investmentgesellschaft Wallrich Wolf Asset Management. "Das hat sich zum Teil schon in Kursabschlägen sowie einem deutlichen Anstieg der Volatilität niedergeschlagen", so Wolf. Er rät zu einer vorsichtigen Aktienausrichtung.

Gleich mehrere Aspekte sind für die Stimmungseintrübung an den Kapitalmärkten verantwortlich, erklärt der Anlageprofi: So bestehe etwa die Gefahr, dass der Gewinntrend bei den Unternehmen sich plötzlich umkehrt – etwa aufgrund der zunehmenden Protektionismusbestrebungen von US-Präsident Donald Trump. Zudem gebe es erheblichen Gegenwind von der Währungsseite, namentlich den starken Euro. Das Zinsrisiko sei dagegen überschaubar, sagt Wolf. 

Teure Wall Street, billiges Europa
Laut Wolf sind US-amerikanische Aktien derzeit deutlich teurer als Titel aus Europa. "Dabei ist auch das Argument der hohen Dividendenausschüttungen nicht mehr tragfähig", so Wolf. An den europäischen Märkten sieht es anders aus: Hier besteht noch immer ein Rekordabstand zwischen der Dividendenrendite von etwa vier Prozent und der Rendite fünfjähriger BBB-Unternehmensanleihen mit 0,7 Prozent. "Auch andere Bewertungskennziffern fallen nach wie vor verhältnismäßig moderat aus, so dass europäische Aktien auf dem derzeitigen Niveau in der Summe nicht als überbewertet angesehen werden müssen", sagt Wolf. (fp)