Der Goldpreis hat sich in den vergangenen Wochen stabilisiert. Nach langer Talfahrt hat er die psychologisch bedeutende Marke von 1200 US-Dollar pro Feinunze überschritten und sich bei 1220 US-Dollar eingependelt. Ein Grund dafür sind Turbulenzen an den Aktienmärkten. Andreas Schyra, Vorstandsmitglied der Vermögensverwaltung PVV, ist sich jedoch sicher: Die Unsicherheiten sind nicht der Hauptgrund für die neugewonnene Stabilität des Goldpreises – sondern die Zentralbanken. 

Viele Notenbanken haben ihre Goldbestände im laufenden Jahr deutlich aufgestockt, berichtet der Vermögensexperte. Zu den größten Käufern zählen Länder mit wirtschaftlichen Defiziten, hohen jährlichen Inflationsraten und Landeswährungen, die gegenüber dem US-Dollar abwerten. Durch die straffere Geldpolitik in den USA könnte diese Entwicklung an Fahrt aufnehmen, weil einige Länder, insbesondere Schwellenländer, hohe Dollar-Schulden angehäuft haben. Durch steigende Zinsen steigt auch der Druck auf diese Schuldner.

Gold ist kein risikoloses Investment
Auch politische Unruheherde, eine hohe Volatilität an den Aktienmärkten und eine generelle Unsicherheit bezüglich Risiko-Assets könnte den Goldpreis stützen, so Schyra. Gold ist genrell zur Depotabsicherung gefragt, aber nicht ohne Risiko, warnt der Anlageprofi – und verweist auf den Verfall des Goldpreises in den Jahren 2013 bis 2015. Edelmetallinvestoren sollten die Politik im Auge behalten – insbesondere jene der Zentralbanken. (fp)