Vermögensverwalter sollten digitale Prozesse für sich nutzen, um im Wettbewerb um Kunden erfolgreicher als andere Marktteilnehmer zu sein, sagt Thomas Buckard, Vorstand der Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen (MPF): "Hier sind noch viele Möglichkeiten offen", so Buckard. Jeder zweite Deutsche hat von Geldanlage keine Ahnung, 18- bis 34-Jährige bezeichnen sich gar als finanzielle Analphabeten, ergab jüngst eine Studie der ING Diba. "Mit digitaler Vermögensverwaltung lässt sich also fast die Hälfte der Deutschen erreichen, die sich selbst bisher als finanzielle Analphabeten bezeichnen", sagt Buckard.

Robo Advisory und digitale Vermögensverwaltung seien längst ein fester Teil des Finanzmarkts. "Vermögensverwalter tun gut daran, die Vorteile für sich einzusetzen", findet Buckard. Das sogenannte Onboarding von Mandanten, die kontinuierliche Kommunikation mit ihnen, regulatorische und Compliance-relevante Prozesse, das Reporting sowie die aktuellen Informationen über Anlageentscheidungen und Marktentwicklungen sollten standardisiert, systematisiert und digitalisiert werden, um mehr Zeit für das Wesentliche zu schaffen, sagt Buckard: "Das ist die persönliche Beratung und Betreuung der Mandanten."

Manches kann ein Algorithmus nicht ersetzen
Bei aller Digitalisierung haben analoge Vermögensverwalter aus Fleisch und Blut immer noch gewisse Kompetenzen, die kein Algorithmus ersetzen kann, ist der MPF-Mann überzeugt: "Empathische, emotionale und auf Erfahrung aufbauende Begleitung kann zurzeit kein Algorithmus abbilden – somit sind analoge Vermögensverwalter in dieser Hinsicht konkurrenzlos." Mit ihrem Fachwissen könnten Berater unerfahrene Anleger zum Beispiel bei Kurseinbrüchen davon abhalten, ihre Positionen sofort zu verkaufen. (fp)