Die sogenannte Trendfolge-Strategie hört sich in der Theorie erfolgsversprechend und simpel an, ist in der Praxis allerdings kaum umsetzbar und kann zum Fiasko führen, warnt Markus Richert, CFP und Seniorberater Vermögensverwaltung bei Portfolio Concept Vermögensmanagement in Köln. Der Grundgedanke der Strategie kingt zunächst charmant. Es gibt an den Börsen immer wieder Phasen, in denen sich Kurse in eine bestimmte Richtung bewegen. Trendfolger steigen zu einem ausgewählten Zeitpunkt in den Trend ein, bleiben eine Weile dabei und verabschieden sich dann.

Im Idealfall erfolgt der Einstieg genau zum Beginn eines Trends und der Ausstieg exakt zum Zeitpunkt der Trendwende. "Im entscheidenden Wendepunkt liegt die Mehrheit der Anleger, Privatinvestoren und auch Profis, jedoch in der Regel falsch", sagt Richert.

Auch wissenschaftlich sei die Trendfolge-Strategie heftig umstritten. Der Grund: Anhand historischer Kursverläufe lassen sich keine Prognosen über künftige Kurse treffen. Trends zeigen sich zudem erst im Nachhinein, nicht, während sie laufen.

Fundamentaldaten sind das A und O
Entscheidend für den langfristigen Erfolg einer Anlage sei dahei immer noch eine qualitative Fundamentalanalyse, erklärt Richert. Trotz aller Kritik an der Trendfolge-Strategie sei es zwar auch nicht sinnvoll, zu Beginn eines Herdenauftriebs entgegengesetzt zur Herde zu laufen. "Ist die Party hingegen in vollem Gang, hilft einem die Fundamentalanalyse den richtigen Ausstiegszeitpunkt zu finden. Denn die Masse liegt im entscheidenden Moment meistens falsch", so Richert. (fp)