Immer mehr Menschen sind von ihrem Smartphone regelrecht abhängig. Schätzungen zufolge sind rund um den Globus mehr als 280 Millionen Individuen betroffen: Bis zu 60 Mal und mehr pro Tag (häufiger als alle zehn Minuten) checken sie ihr Kommunikationsgerät auf den Eingang neuer Mitteilungen und Nachrichten. Vor allem jüngere Nutzer und Kinder sind stark suchtgefährdet. Langfristig, so deuten Studien an, drohen gesundheitliche Schäden – und damit Schadensersatzforderungen an die Anbieter solcher Geräte.

Zwei Großanleger aus den USA, der Hedgefonds Jana Partners und der kalifornische Lehrer-Pensionsfonds CalSTRS, haben den Smartphone-Marktführer Apple nun aufgefordert, eine Software zu entwickeln, mit der Eltern die Handy-Nutzungsdauer und -Häufigkeit ihrer Kinder kontrollieren und gegebenenfalls begrenzen können. Darüber berichten mehrere Medien, darunter die Nachrichtenagentur Reuters.

Die beiden Investoren, die Apple-Aktien im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar halten, fordern, das Konzernmanagement solle wissenschaftlich untersuchen lassen, welche Auswirkungen eine überbordende Smartphone-Nutzung auf die menschliche Psyche haben könnte. Der Aufruf hat auch einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund, denn in dem gemeinsam aufgesetzten Schreiben heißt es: Apple könne eine entscheidende Rolle als Pionier spielen, indem es der Industrie signalisiere, dass ein besonderes Augenmerk auf die Gesundheit der nachfolgenden Generationen nicht nur ethisch korrekt, sondern auch ein gutes Geschäft sei. (aa/ps)