"Obwohl es an den asiatischen Anleihemärkten zurzeit im Grunde keine Debatte darüber gibt, dass die Bewertungen bereits ziemlich hoch sind, finden sich noch immer an jeder Ecke willige Käufer“, beschreibt Jim Veneau, Head of Axa IM Fixed Income Asia, Hongkong, die derzeitige Lage bei asiatischen Anleihen. Die Frage sei nun, ob Geduld, Vorsicht und eine Untergewichtung von Risiken am Ende des Jahres belohnt werden oder ob Underperformance der Lohn der vorsichtigen Investoren sein werde. Laut dem Axa-IM-Mann sollten Investoren derzeit besser auf günstigere Gelegenheiten respektive Kurse warten.

"Zwar sind wir davon überzeugt, dass das Wirtschaftswachstum in Asien langfristig höher sein wird als im weltweiten Durchschnitt“, hebt Veneau hervor. Der wichtigste Grund dafür sei die demografische Transformation hin zu einer immer größer werdenden Mittelschicht in Indien, Indonesien und China. "Wir glauben aber, dass das Verlustrisiko bei asiatischen Anleihen auf kurze Sicht asymmetrisch nach unten verzerrt ist“, betont Veneau. Die anhaltend gute Stimmung an den Märkten habe nicht nur die Bewertungen der Anleihen generell erhöht, sondern auch die Volatilität gedämpft.

Veneau und sein Team richten ihr Portfolio aktuell in Erwartung größer werdender Risikoaufschläge, steigender Zinsen und Renditen sowie allgemein höherer Volatilität aus. Wenn die Märkte die Risiken wieder einpreisen und sich die Bewertungen normalisierten, könnten sich laut Veneau aber wieder gute Investitionsmöglichkeiten ergeben. (aa)