Mehrere Konjunkturbarometer in der Eurozone haben in der laufenden Woche einen Dämpfer bekommen. Genau das hatte Bantleon-Chefvolkswirt Daniel Hartmann erwartet. Die Konjunktur-Euphorie hat Ende 2017 ihren Zenit überschritten, sagt er. "Der Optimismus ebbt dieses Jahr ab." Im Einklang mit der Stimmung dürfte auch das Wirtschaftswachstum im laufenden Quartal seinen Höhepunkt erreichen und ab dem zweiten Quartal auf einen moderaten Abwärtskurs einschwenken, prophezeit der Ökonom.

Für die Stimmungseintrübung gibt es mehrere Gründe. So gehen die Unternehmen im Euro-Raum offenbar davon aus, dass die Nachfrage aus dem Ausland nicht weiter steigen wird. Zugleich kämpfen sie gegen einen wachsenden Kostendruck. "Dazu passt, dass immer mehr Unternehmen über Engpässe bei den Lieferketten klagen. Dem Produktionszuwachs sind somit auch natürliche Grenzen gesetzt", sagt Hartmann.

Gegenwind für die Börsen
Für die Aktienmärkte sind das keine guten Nachrichten. "Lässt das konjunkturelle Momentum nach, drückt das auf die Gewinnschätzungen der Unternehmen, was in den kommenden Monaten für anhaltenden Gegenwind an den Börsen spricht", so der Bantleon-Mann. Gleichzeitig nimmt der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) ab, beim Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik Tempo zu machen. "Letzteres verschafft wiederum den Anleihemärkten Auftrieb", sagt Hartmann. Die Renditen dürften also noch einmal fallen. (fp)