Donald Trump macht einen tollen Job – findet zumindest Donald Trump. Zuletzt wies der US-Präsident – natürlich per Twitter – darauf hin, dass die Arbeitslosenquote in den USA auf den tiefsten Wert seit Mai 2001 gefallen sei. Im Schnitt wurden im laufenden Jahr pro Monat rund 184.000 Stellen geschaffen. Allein: Im letzten Amtsjahr von Trumps Vorgänger Barack Obama waren es durchschnittlich 187.000 Stellen pro Monat, im Jahr 2015 sogar 225.000. Darüber hinaus sind die Löhne zuletzt kaum gestiegen.

Blickt man auf Zahlen, die die unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten mit einbeziehen, liegt die US-Arbeitslosenquote nicht wie von Trump angegeben bei 4,3 Prozent, sondern eher zwischen sieben und acht Prozent und damit deutlich über den Tiefstständen früherer Jahre. "Es könnte daher noch geraume Zeit dauern, bis es zu knappheitsbedingten Lohnsteigerungen kommt", sagt Bantleon-Chefvolkswirt Harald Preißler.

Eurozone hat den Wachstumszenit erreicht
Auch wenn die Arbeitsmarktzahlen nicht so stark sind, wie der US-Präsident sie gern hätte: Die US-Wirtschaft verzeichnet weiterhin ein konstantes Wachstum. "Die gute Nachricht für die Weltwirtschaft ist, dass das aller Voraussicht nach auch in den kommenden Quartalen der Fall sein wird", sagt Preißler. "Während der Konjunkturzyklus in China und in der Eurozone seinen Zenit erreicht hat und perspektivisch an Schwung einbüßen wird, bleiben die USA ein stabilisierender Faktor." (fp)