Schlaglöcher voraus: Unternehmensanleihen aus Europa sind rikanter als mancher denkt, warnt der Fondsanbieter Bantleon. Seit Jahresbeginn haben europäische Firmenbonds mit Investment-Grade-Rating mit einem Plus von 1,2 Prozent zwar eine ansprechende Wertentwicklung erzielt. "Jedoch dürfte das Chance-Risiko-Profil solcher Titel in den kommenden Monaten schlechter werden", erwartet Rosemarie Baumann, Portfoliomanagerin bei Bantleon. Vor wenigen Tagen hatten die Bondexperten von Robeco ebenfalls ihr massives Unbehagen bei Firmenbonds zu Papier gebracht.

Die positive Entwicklung europäischer Investment-Grade-Titel sei maßgeblich dem Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) und der guten Konjunkturlage geschuldet. "Wenn die Währungshüter im kommenden Jahr ihre Anleihekäufe reduzieren und gleichzeitig die Konjunkturdynamik der Eurozone nachlässt, ziehen Wolken am Horizont auf", sagt Baumann: "Die potenziellen Belastungen dürften zunehmen, wenn sich vor der EZB-Sitzung am 26. Oktober die Tapering-Diskussionen intensivieren, die Notenbanken ab 2018 weniger aktiv für Unterstützung sorgen und gleichzeitig die Konjunkturdynamik der Eurozone nachlässt."

Parlamentswahlen in Italien sorgen für Unruhe
Die Portfoliomanagerin sieht ein weiteres Risiko: "Im Frühjahr 2018 stehen Parlamentswahlen in Italien an. Das dürfte im Fall einer politischen Destabilisierung bei Unternehmensanleihen aus Peripherieländern zu erhöhter Volatilität führen." Vor diesem Hintergrund sollten Anleger sich defensiver an den Kreditmärkten positionieren, rät Baumann. (fp)