Investoren, die eine klimafreundliche Anlagealternative zu konventionellen Anleihen suchen und nicht bereit sind, dafür auf Rendite zu verzichten, sollten grüne Anleihen in Betracht ziehen. Das sagt Marcio Da Costa, Portfoliomanager beim Fondsanbieter Bantleon. "Wegen der oft mangelnden Transparenz und der uneinheitlichen Dokumentation der Mittelverwendung empfiehlt sich allerdings eine aktive Selektion der Anleihen", rät er. 

Investoren, die nicht prinzipiell nachhaltig investieren wollen oder müssen, können die sogenannten Green Bonds trotzdem beimischen – ohne Nachteile gegenüber konventionellen Anleihen in Kauf nehmen zu müssen. Seit dem Jahr 2013 ist der Markt für grüne Anleihen bereits rasant gewachsen. "Die hohe Nachfrage neu emittierter grüner Anleihen deutet auf einen weiterhin dynamisch wachsenden Markt hin", sagt Da Costa. Mit zunehmender Marktreife sollten auch die zusätzlichen Kosten für die Dokumentation und Zertifizierung gegenüber konventionellen Anleihen sinken, erwartet er. Dadurch steige Attraktivität für Emittenten.

Keine Nachteile gegenüber konventionellen Anleihen
Wer in grüne Anleihen investiere, müsse gegenüber konventionellen Anleihen derzeit nicht auf Rendite verzichten, erklärt der Portfoliomanager: "Das bedeutet, dass grüne Anleihen für den Emittenten im Vergleich zu konventionellen Anleihen keinen Vorteil bei den Finanzierungskosten bieten." Auch bei anderen Auswahlkriterien hätten Investoren keine Nachteile zu befürchten: "Die Ordnung in der Haftungskaskade wird durch die grüne Eigenschaft nicht beeinträchtigt und auch die Handelbarkeit der Anleihen ist identisch mit vergleichbaren konventionellen Anleihen. (fp)