Europäische Aktienfonds verzeichneten in den vier Wochen nach der Ankündigung von Staatsanleihekäufen durch die Europäische Zentralbank im Januar Zuflüsse von insgesamt fast 19 Milliarden US-Dollar, schreibt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Das sei das höchste jemals für einen solchen Zeitraum ermittelte Volumen an Zuflüssen. Der Zustrom in Fonds für europäische Hochzins-Unternehmensanleihen war in den vier Wochen der höchste seit einem Jahr, heißt es weiter.

"Größtenteils unerwartet ist eine Welle der geldpolitischen Lockerung in den letzten Monaten an den weltweiten Finanzmärkten in den Mittelpunkt gerückt", schreibt die BIZ. "Außerordentlich niedrige Zinsen und komprimierte Risikoprämien haben die Investoren auf ihrer Suche nach Rendite einmal wieder in riskantere Anlagen gedrängt, was zu einem Anstieg der Kurse in den meisten Anlageklassen in Richtung auf Rekordwerte Anfang März geführt hat."

Emissionsrendite bei einigen Staaten unter null
Langfristige Staatsanleihen im Volumen von etwa 2,4 Billionen Dollar notierten laut BIZ Ende Februar mit negativen Renditen. Davon stammten mehr als 1,9 Billionen an Papieren aus Staaten des Euroraums. "Bei einigen Staaten sind die Zinsen über die gesamte Laufzeitenstruktur von zwei bis 30 Jahren hinweg auf Rekordtiefs gesunken", so die BIZ. Der Rutsch sei bei den längsten Laufzeiten besonders ausgeprägt. Bei einigen Staaten sei sogar die Emissionsrendite unter null gesunken.

Auch in den USA seien die Renditen gesunken, selbst wenn Ökonomen voraussagen, dass die Federal Reserve Bank in diesem Jahr ihren Leitzins anheben werde. Das lege laut BIZ nahe, dass Investoren höhere Erträge suchen, als sie in Europa zu erzielen sind. In den USA domizilierte Bondfonds seien mit Zuflüssen von 40 Milliarden Dollar in den vier Wochen nach der EZB-Ankündigung am stärksten gesucht gewesen. (mb/Bloomberg)