Indexanlagen liegen bei Investoren voll im Trend. Doch der Boom bei ETFs und anderen passiven Anlagen birgt Risiken, zeigt eine Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) vorliegt. Die BIZ-Experten machen sich Sorgen über die Folgen, die der ETF-Boom mittelfristig für die Finanzmärkte haben könnte.

So könnte etwa noch mehr passives Investieren dazu führen, dass Informationen über Unternehmen am Kapitalmarkt immer irrelevanter werden und die Korrelationen zwischen einzelnen Titel zunehmen. Ein solcher Effekt lässt sich bereits bei Aktien nachweisen, die neu in den US-Leitindex S&P 500 aufgenommen wurden.

Die Entscheidungen von Indexanbietern haben schon heute immensen Einfluss auf die Finanzmärkte. So verlor Israel innerhalb eines Monats rund zwei Milliarden US-Dollar an Investorengeld, nachdem das US-amerikanisch Indexhaus MSCI das Land vom Schwellen- zum Industrieland hochgestuft hatte. Die Macht der Indexanbieter birgt allerdings auch Chancen. So verweist die BIZ in ihrer Studie auf die Bemühungen asiatischer Staaten, liquide Anleihemärkte in Landeswährung aufzubauen, nachdem entsprechende Indizes eingeführt wurden.

Indexanbieter animieren zum Schulden machen
Bei passiven Renteninvestments sehen die BIZ-Experten für Anleger viele Fallen. Denn wer besonders große Schulden angehäuft hat, hat in Rentenindizes und dementsprechend auch in Anleihe-ETFs ein besonders großes Gewicht. Studien, die der NZZ vorliegen, zeigen, dass ein Prozent mehr Fremdkapital, das eine Firma aufnimmt, ihr Gewicht in Rentenindizes um 0,025 Prozentpunkte erhöht. Ein Prozent mehr Vermögenswerte machen sich dagegen nur mit 0,005 Prozentpunkten mehr Index-Gewicht bemerkbar. Das könnte Firmen dazu animieren, sich höher zu verschulden. (fp)