Der deutsche Leitindex Dax kommt der 13.000-Punkte-Marke immer näher und hat zuletzt bei knapp 12.997 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht. Der Markt ist auch jetzt noch nicht überbewertet, und es könnte durchaus noch weiter aufwärtsgehen, sagt Martin Lück, Leiter Kapitalmarkstrategie für Deutschland, die Schweiz und Österreich beim Vermögensverwalter Blackrock. "Auch die bemerkenswert niedrige Volatilität ist kein Grund zur Beunruhigung", sagt der Stratege. 

Erfahrungsgemäß nehmen Anleger gerne Gewinne mit, wenn ein Aktienindex eine stark beachtete Marke überschritten hat – so wie jüngst der Dax. Es sei in der Tat möglich, dass auch Dax-Investoren sich nun erst einmal zurückziehen, sagt Lück. "Wichtiger ist aber, dass die Kurse aufgrund der fundamentalen Datenlage durchaus noch weiter steigen können." Denn die positive Verfassung der Weltwirtschaft, mit solidem Wachstum in den größten Industrie- und Schwellenländern bei gleichzeitig niedrigen Zinsen, spüle gerade den stark international orientierten Unternehmen aus Deutschland steigende Gewinne in die Kassen.

Marktschwankungen sind Einstiegschancen
Die offensichtlichen politischen Risiken könnten die Volatilität im Dax indes wieder ansteigen lassen, erwartet Lück. Auch das müssen Anleger nicht fürchten: Aus solchen Marktschwankungen ergäben sich Kaufgelegenheiten. "Dies gilt so lange, bis ein Risiko eintritt, das die fundamentalen Koordinaten so nachhaltig verschiebt, dass sich mit dauerhafterer Wirkung das Volatilitätsumfeld verschiebt", so Lück. (fp)