Anleger sollten im aktuellen Marktumfeld weiterhin bevorzugt Aktien kaufen, sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege von Banque de Luxembourg Investments (BLI). Sowohl die niedrige Volatilität an den Börsen als auch die verbesserten Konjunkturdaten sprechen aus Sicht des Strategen für ein Investment in Aktien – auch, wenn die Bewertungsniveaus immer weiter steigen. "Die niedrigen Renditen auf den Geld- und den Anleihemärkten machen Aktien zusätzlich interessant", erklärt Wagner.

Obwohl die Anleiherenditen im September leicht gestiegen sind, bleiben sie nach wie vor auf niedrigem Niveau. In Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien stiegen die langfristigen Renditen über zehn Jahre leicht, während sie in den USA etwas deutlicher zulegten: "Angesichts der niedrigen Anleiherenditen sind festverzinsliche Anlagen nach wie vor wenig attraktiv", sagt Wagner. Die meisten Aktienindizes dagegen haben sich im September positiv entwickelt.

Politische Ereignisse wirken sich zunehmend auf Devisenmärkte aus 
Nach seinem starken Anstieg seit Jahresbeginn schwächte sich der Euro im September leicht von 1,19 auf 1,18 US-Dollar ab. Die Entwicklung der Wechselkurse bleibt laut Wagner schwer vorhersehbar, da sie zunehmend von politischen Ereignissen beeinflusst werden: "Dass die US-Devise gegenüber dem Euro zum Monatsende etwas Boden gutmachen konnte, war unter anderem auf den präsentierten Entwurf der US-amerikanischen Regierung für eine Steuerreform, aber auch auf das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien zurückzuführen", so der Stratege. (fp)