Auf den Tag genau zehn Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers wurde in Würzburg im Rahmen einer Auktion für Historische Wertpapiere eine Aktie der legendären US-Investmentbank versteigert. Das geschichtsträchtige Wertpapier wechselte schließlich für 475 Euro den Besitzer.

Bergwerks-Aktie mit Goethe-Signatur
Absolutes Highlight der Auktion war allerdings ein im Jahr 1795 ausgegebener Kux (Bergwerks-Anteil) über 20 Thaler des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergwerks. Dieser wurde von Johann Wolfgang von Goethe signiert. Nachdem Goethe 1776 Mitglied im dreiköpfigen Beratergremium von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde, erstreckte sich seine Beamtentätigkeit ab 1777 auf die Erneuerung des Ilmenauer Bergbaus. In dieser Funktion unterschrieb Goethe 1793 den Bergwerks-Anteil. Goethes Initiative zur Wiederbelebung des Kupfer- und Silberbergbaus in Ilmenau erwies sich als wenig erfolgreich, weshalb er 1812 schließlich ganz eingestellt wurde.
Den Zuschlag für dieses äußerst rare Stück deutscher Finanzgeschichte erhielt schließlich ein anonymer Privatsammler mit seinem Gebot von 21.000 Euro.

Älteste deutsche Aktie bringt 15.500 Euro
Neben dem Goethe-Kux kam in der Jubiläumsauktion der HWPH Historisches Wertpapierhaus AG ein weiteres Unikat unter den Hammer: Die älteste deutsche Aktie überhaupt. Bereits am 5. April 1754 wurde die Aktie der Preussisch Bengalischen Compagnie in Emden emittiert. Ziel der Kolonialgesellschaft war es, kostbare Güter wie Gewürze, Perlen oder Seide aus dem fernen Asien zu importieren. Die erste Expedition unternahm die Gesellschaft im Jahr 1754. Fünf Jahre später folgte eine zweite Reise nach Asien. Allerdings erwies sich das Geschäftsmodell als wenig erfolgreich, weshalb die Firma nach nicht einmal zehn Jahren liquidiert wurde. Unterm Strich verloren damalige Investoren drei Viertel ihres eingesetzten Kapitals. Das Stück ging für 15.500 Euro an Rüdiger K. Weng, dessen Sammlung die wichtigsten Wertpapiere der Weltfinanzgeschichte umfasst. (mb)