Der Ölpreis hat in den vergangenen Moaten einen Höhenflug hingelegt. Erst kürzlich knackte der Preis für Brent-Öl das erste Mal seit November 2014 die Marke von 80 US-Dollar je Barrel. "Für die Finanzmärkte war diese Entwicklung vorwiegend positiv", sagt Marc Homsy, Leiter Anlagenvertrieb Deutschland bei Danske Invest. Im Jahr 2016 standen viele schuldengeplagte Ölunternehmen unter Druck, ihre Aktien- und Anleihekurse fielen. "Ein Teil dieser Unsicherheit ist jetzt verschwunden – auch, weil eine Reihe US-amerikanischer Ölunternehmen die gute Dynamik genutzt hat, um sich über Aktienemissionen neues Kapital zu beschaffen", sagt Homsy.

Weitere Gewinner des steigenden Ölpreises sind die Energiebranche und ihre Zulieferer. Grund: Erholung hat neben dem unmittelbaren Einnahmeneffekt auch steigende Investitionen im Energiesektor zur Folge. "Führen die höheren Ölpreise zu höheren Zinsen, kann das außerdem dem Finanzsektor zugutekommen, der von einer höheren Zinsmarge zwischen Einlagen- und Kreditzinsen profitiert", so der Experte. Auch die Weltwirtschaft profitiere vom steigenden Ölpreis, ist er überzeugt.

Nicht jeder kann gewinnen
Zu den Verlierern gehören Unternehmen, die entweder zur Herstellung ihrer Waren Öl benötigen oder Waren an Kunden verkaufen, die stark vom Ölpreis abhängig sind. Dazu zählen etwa Chemieunternehmen und Reifenproduzenten. "Viele dieser Firmen geben die gestiegenen Kosten allerdings mehr oder weniger an ihre Kunden weiter", sagt Homsy. 

Fluggesellschaften leiden unter den höheren Treibstoffpreisen, zudem drosseln höhere Benzinpreise die Nachfrage im Automobilsektor. "Im Allgemeinen versetzen höhere Ölpreise dem Konsum einen Dämpfer", erklärt der Anlageexperte. Das liegt vor allem daran, dass höhere Ausgaben für zum Beispiel Benzin und Heizung das Budget für andere Konsumgüter und Dienstleistungen schmälern. (fp)