In jüngster Zeit sind Stimmen lauter geworden, die davor warnen, dass Indexfonds die Stabilität des Finanzsystems gefährden und das Risiko für eine neue Finanzkrise erhöhen. Nach einer Untersuchung des ETF-Fachmagazins "Extra" in Zusammenarbeit mit dem Robo-Advisor Growney sind das allerdings nichts als Schauermärchen. Indexfonds sind demnach besser als ihr Ruf.

Die Befürchtung, ETFs würden die Kapitalallokation an den Finanzmärkten beeinträchtigen, trifft nach Ansicht der Experten zwar teilweise zu. Schließlich kaufen ETFs einen kompletten Index und bewerten die darin enthaltenen Unternehmen nicht nach ihrer Qualität. "Da aber auch aktive Anleger und Fondsmanager keinen erheblichen Einfluss auf die Allokation von Eigen- und Fremdkapital in einer Volkswirtschaft ausüben, ist es wenig sinnvoll, diesen Kritikpunkt gegenüber ETFs anzuwenden", so die Experten.

Börsencrash durch ETF-Pleiten unwahrscheinlich
Auch den Vorwurf, dass Indexfonds Trends verstärken und somit Bären- und Bullenmärkte noch befeuern, ist nach Meinung der Autoren ungerechtfertigt. Denn ein ETF muss keine Aktien nachkaufen, wenn der Börsenwert einer Aktie steigt. In vielen Fällen findet eine automatische Gewichtung statt. Preisveränderungen von Aktien werden bei einer Gewichtung nach Marktkapitalisierung meist komplett durch den Preis reflektiert. Heißt: Der Anteil einer Aktie im ETF steigt automatisch, sobald sie an Wert gewinnt.

Eine Pleite großer ETF-Anbieter, etwa ausgelöst durch einen Börsencrash, halten die Experten für unwahrscheinlich. In der Vergangenheit waren vor allem Banken der Auslöser für Finanzkrisen. ETF-Anbieter können als Asset Manager nicht mit Banken gleichgesetzt werden. Ein Börsencrash würde Indexfondshäuser nach Einschätzung des "Extra-Magazins" nicht lahmlegen. Sie würden in diesem Fall nämlich vor allem Einnahmen aus Verwaltungsgebühren verlieren, was verschmerzbar sein dürfte. (fp)