Wie besessen suchen Anleger nach Rendite, auch im Bondbereich. Die Herangehensweise vieler Anleiheinvestoren ist aber grundfalsch. Investoren sollten bei jedem Anleiheinvestment so vorgehen, als ob sie jemandem Geld leihen. Denn das würde automatisch dazu führen, dass der Fokus auf der Qualität und dem Risikomanagement des Schuldners liegt, meint Kevin Corrigan, Chefanlagestratege beim Londoner Multi-Family Office Sandaire. 

Die Mehrheit der Anleiheinvestoren jedoch sei in Strategien investiert, die dem traditionellen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Ansatz folgen. Das bedeute, dass sie den Kreditnehmern mit den höchsten Schulden noch mehr Geld leihen, so der ehemalige Leiter Fundamental Fixed Income bei Lombard Odier Investment Managers.

Würden sich Bond-Anleger stattdessen auf die fundamentalen Faktoren der Emittenten, also der Staaten und der Unternehmen, fokussieren, brächten sie sich selbst dazu, sich als Kreditgeber zu betrachten (was sie ja auch sind). "Dann hat nicht mehr die Frage Priorität, ob ein Kreditnehmer die Fähigkeit hat, sich noch mehr Geld zu leihen, sondern die Überlegung, ob er seine Schulden zurückzahlen kann", sagt Corrigan.    

In unserer Fotostrecke oben finden Sie zehn Dinge, die nach Ansicht von Kevin Corrigan bei dem traditionellen Ansatz von Bond-Investments falsch laufen. (mb)