2017 liegt hinter uns, und die meisten Marktteilnehmer blicken mehr als zufrieden auf das abgelaufene Jahr zurück. Auch das Börsenbeben Anfang Februar scheint der positiven Stimmung nichts anhaben zu können. Angesichts der Rekorde, die die Asset-Management-Branche im alten Jahr gefeiert hat, dürften sich skeptische Beobachter allerdings die Frage stellen, ob es in den kommenden Monaten mit den Märkten nicht doch noch weiter abwärts geht.

Antworten auf diese drängende Frage gab DJE-Vorstand Ulrich Kaffarnik bei einem Vortrag in Wien. Er erwartet für die kommenden Monate jedenfalls eine deutlich höhere Volatilität und rät Anlegern daher, von passiven auf aktive Investments umzusatteln beziehungsweise von "hold" auf "buy". "Das kann ein tolles Jahr vor allem für aktive Fonds werden", sagte er bei seinem Referat.

Seine Meinung begründet Kaffarnik damit, dass die meisten positiven Ereignisse, wie etwa der breite weltumspannende wirtschaftliche Aufschwung, von den Märkten bereits weitestgehend eingepreist wurden. Besonders in den USA, wo die Aktien im S&P 500-Index als auch bei den Nebenwerten bereits stark gestiegen sind, werden Anleger nicht mehr so einfach über das seltsame Gebaren von US-Präsident Donald Trump hinwegsehen. Investoren sollten sich daher auf höhere Marktschwankungen einstellen. Und genau hier seien Fondsmanager, die ein Portfolio aktiv steuern und nicht einfach einen Markt naiv nachbilden, den passiven Pendants klar überlegen.

Zinsen: "Weg nach oben gepflastert"
Hinsichtlich der Zinspolitik erwartet der Börsenprofi weiterhin steigende Zinsen in den USA. "Der Weg nach oben ist gepflastert", so Kaffarnik. Die Konjunkturprogramme von Donald Trump hält er für völlig überdimensioniert, gerade weil die konjunkturelle Verfassung der Vereinigten Staaten ohnehin positiv ist. "Solche Programme sollte sich Trump besser für schlechte wirtschaftliche Zeiten aufheben", empfahl Kaffarnik.

Ein weiteres Indiz dafür, dass die Zinsen wieder steigen, fand Kaffarnik beim Thema Teuerung. Die Inflation hat ihre Bodenbildung Mitte 2017 erreicht. Steigen die Verbraucher- und Herstellerpreise wieder nachhaltig, müssen die Notenbanken reagieren. Angst vor einer galoppierenden Teuerung bräuchten Marktteilnehmer aber nicht zu haben. Einerseits seien zwar die Löhne in den USA gestiegen, der Ölpreis werde die Inflation aber weiterhin drücken. (cf)