US-Präsident Donald Trump hat in ersten Halbjahr 2018 eindeutig die Entwicklung der Märkte diktiert. Davon ist Igor de Maack, Fondsmanager bei dem französischen Asset Manager DNCA Investments, überzeugt. "Indem Trump seine protektionistischen Drohungen in die Tat umsetzte, hat er die globalisierungsfreundlich-liberale Ordnung kollabieren lassen", schreibt de Maack in seinem aktuellen Marktkommentar.

"Der US-Präsident hat sämtliche Handelspartner der Vereinigten Staaten gezwungen, erstens, Onkel Sams Vormachtstellung anzuerkennen und, zweitens, mit Gegenmaßnahmen zu kontern", erklärt er. Noch sei das dadurch entstandene Klima nicht alarmierend. Auf lange Sicht könnte jedoch das Risiko einer überaus gefährlichen Stagflation entstehen, befürchtet de Maack.

Schon Symptome spürbar
"Europa hat mit einer nachlassenden konjunkturellen Dynamik die Folgen bereits zu spüren bekommen, während die US-Wirtschaft im zweiten Quartal expandierte", erklärt der Experte. Die unterschiedliche Entwicklung amerikanischer und europäischer Aktien sei das schmerzhafte Symptom dieser gegensätzlichen Tendenzen.

Trumps Handelskrieg treffe China natürlich am stärksten. Die Vermögenswerte, Aktien und die Währung des Landes haben gegenüber dem Dollar und den amerikanischen Aktienmärkten nachgegeben, die weiterhin von starken Technologiewerten angeschoben werden. So verzeichnet der Yuan einen seiner schwächsten Monate seit 2015.

Auf lange Sicht gefährlich
"Global gesehen ist die Wirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs, und auch Europa ist nicht eingeknickt, wenngleich das Wachstumstempo im Vergleich zu Januar nachgelassen zu haben scheint", schreibt de Maack. Der Protektionismus und die Abschottung der westlichen Gesellschaften stellten auf lange Sicht aber eine ernste Bedrohung für das Wirtschaftswachstum dar. (fp)