Donald Trump ist nicht der Heilsbringer, für den Aktienanleger ihn halten, so der Fondsanbieter Euroswitch. "Anleger überschätzen die mit Trump verbundenen positiven Entwicklungen", sagt Thomas Böckelmann, leitender Portfoliomanager bei Euroswitch. Dazu gehören eine Ausweitung der Staatsausgaben zur Erneuerung und zum Ausbau der Infrastruktur sowie der Abbau von restriktiven Regulierungen. 

Unterschätzt würden hingegen die mit Trump verbundenen denkbar negativen Entwicklungen. Insbesondere in der Handelspolitik habe ein US-Präsident größte Entscheidungsspielräume und könne unabhängig vom Parlament agieren.

Die angedeuteten Handelskriege mit China und Mexiko werden vom Kapitalmarkt zwar als unwahrscheinlich bewertet, seien aber eine reale Gefahr, sagt Böckelmann: "Auf jeden Fall ist offensichtlich, dass die Trumpsche Twitter-Diplomatie, jedes noch so komplexe Problem in 140 Zeichen zu kommentieren, Tür und Tor für das ein oder andere Fettnäpfchen öffnen wird."

Gefahr einer Fehleinschätzung
Nach der US-Wahl preisten die Aktienmärkte nun die beste aller Welten ein. Damit steige die Gefahr einer Fehleinschätzung, warnt der Portfoliomanager. Natürlich sei eine fundierte Bewertung drei Wochen vor der eigentlichen Amtseinführung Trumps zu früh. Böckelmann empfiehlt Anlegern, die ersten 100 Tage von Trumps Amtszeit erst einmal abzuwarten – erst dann werde sich andeuten, in welche Richtung es künftig gehen wird: "Ob aus dem Populisten Trump in angemessener Zeit ein Pragmatiker werden kann, wird sich zeigen." (fp)