Anleger sollten sich auf einen Jahresendspurt mit Hindernissen vorbereiten, warnt Thomas Böckelmann, Investmentchef der Vermögensverwaltung Euroswitch. "Für die letzten 80 Tage des Jahres dürfen wir uns auf einige Wertschwankungen gefasst machen." Sowohl die US-Präsidentschaftswahlen als auch die Fed-Sitzung im Dezember haben seiner Einschätzung nach das Potenzial, die Märkte in Aufruhr zu versetzen.

Derzeit geht rund ein Drittel der Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen im Dezember nicht anheben wird, vielleicht nicht einmal im kommenden Jahr. Tut sie es doch, wird das also einen großen Teil der Investoren auf dem falschen Fuß erwischen, warnt Böckelmann. Dabei dürfte ein weiterer Zinsschritt die Wirtschaft in den USA kaum belasten. Sowohl Hillary Clinton als auch Donald Trump wollen, falls sie gewählt werden, der Wirtschaft mit Konjunkturprogrammen weiter unter die Arme greifen.

Nervosität schlägt Wirtschaftsdaten
Generell ist die Wirtschaftslage rosiger als die Stimmung der Investoren. Im Schnitt wächst die Weltwirtschaft moderat, in schwächelnden Regionen stabilisiert sie sich. In den meisten Schwellenländern wächst der Binnenkonsum, was die Länder unabhängiger von Exporten macht. Auch die Sorgen um China sind keine unmittelbare Bedrohung, sagt Böckelmann. Weil die Anleger nervös sind, werden solche Sorgen aber immer wieder für Wertschwankungen sorgen. (fp)