Aktien aus den Emerging Markets haben sich zuletzt besonders gut entwickelt. Das dürfte in der kommenden Zeit so bleiben, meinen Marktbeobachter. "Die Schwellenländer profitieren von der positiven konjunkturellen Lage, dem niedrigeren US-Dollar und den sich erholenden Rohstoffpreisen", erklärt Carsten Gerlinger, Director Asset Management bei Moventum. Seiner Einschätzung nach dürfte selbst die eingeläutete Wende in der US-Geldpolitik für die Emerging Markets nicht zum Problem werden.

Die Inflation in den Schwellenländern sinkt zwar tendenziell, Gerlinger sieht aber keinen Aufwertungsdruck bei den Währungen. "Im Fall der Fälle haben die Notenbanken der Emerging Markets Spielraum, um die Wirtschaft mittels Zinssenkungen zu stimulieren", sagt er.

Auf lange Sicht dürften die Schwellenmärkte aussichtsreicher bleiben als die Industriestaaten. Moventum hat deshalb die Gewichtung der Schwellenländer in seinen Portfolios deutlich erhöht und im Gegenzug das Gewicht US-amerikanischer und europäischer Small- und Mid-Cap-Investments reduziert.

Argentinien ist gar nicht so pleite
Auch bei Carmignac Gestion zeigt man sich optimistisch. Schwellenländer-Experte Xavier Hovasse sieht unter anderem spannende Chancen bei Aktien chinesischer Technologieunternehmen. "Der Fokus auf künstliche Intelligenz, Halbleiter, autonomes Fahren und eine effizientere Wertschöpfungskette werden sich langfristig als vorteilhaft erweisen", sagt er. Auf der Anleiheseite findet der Carmignac-Experte Argentinien besonders interessant. "Die Fundamentaldaten sind viel solider als von vielen angenommen", erklärt er. (fp)