Der Aufschwung der Weltwirtschaft hat seinen Höhepunkt erreicht. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte wird die globale Konjunktur an Dynamik verlieren, davon ist der Vermögensverwalter Feri überzeugt. Als Hauptgrund nennt Feri die zu erwartende massive Liquiditätsabfuhr von Seiten der Notenbanken. "Dadurch geraten die ungelösten strukturellen Probleme der Weltwirtschaft wieder stärker in den Fokus, vor allem die nach wie vor hohe Verschuldung und das geringe Produktivitätswachstum", sagt Axel Angermann, Chef-Volkswirt bei Feri.

Ausgangspunkt für die kommende weltwirtschaftliche Abkühlung werden nach Ansicht der Feri-Experten die USA sein: Zwar seien zunächst noch spürbare fiskalische Impulse zu erwarten, durch die verabschiedete Steuerreform ebenso wie durch höhere Staatsausgaben. Zugleich mehren sich aber die Anzeichen, dass der Konjunkturaufschwung in seine letzte Phase eintrete.

So könnte die Inflationsrate auf ein Niveau oberhalb von drei Prozent steigen, prognostizieren die Experten. Neben spürbar stärker steigenden Löhnen könnten dazu auch höhere Importpreise beitragen. Dieses Szenario sei durch den schwächeren US-Dollar und die protektionistischen Maßnahmen der Regierung überaus wahrscheinlich. Wenn es dazu kommt, dürfte sich die Fed gezwungen sehen, die Geldpolitik im kommenden Jahr über das bisher kommunizierte Maß hinaus zu straffen. Ergebnis: "Wir rechnen damit, dass das Wachstum der US-Wirtschaft im Jahr 2019 auf weniger als zwei Prozent sinken wird", sagt Angermann.

Starke Binnennachfrage stützt Deutschland
Die Abschwächung der Konjunktur in den USA würde auch die deutsche Wirtschaft treffen. "Anders als in der Vergangenheit wird der negative außenwirtschaftliche Impuls aber durch eine starke Binnennachfrage abgefedert", sagt Angermann. Denn im laufenden Aufschwung tragen vor allem die Bauwirtschaft, der Einzelhandel und viele Dienstleistungsbranchen wesentlich zur gesamtwirtschaftlichen Expansion bei.

Dies dürfte sich angesichts der positiven Lage auf dem Arbeitsmarkt und steigender Löhne auch noch eine Weile fortsetzen, prognostiziert der Feri-Experte. Die Dynamik des Wachstums werde im kommenden Jahr auch in Deutschland zurückgehen. Einen deutlichen Einbruch der Konjunktur erwartet Angermann hierzulande aber vorerst nicht. (fp)