Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump ist ein Grund mehr, dem Aktienjahr 2018 mit Skepsis zu begegnen, warnt Axel Angermann, Chefvolkswirt des Analysehauses Feri. "So sehr die Reform von ihren Befürwortern gefeiert wird, sie könnte zum falschen Zeitpunkt kommen", sagt Angermann. Steuerliche Entlastungen sind prinzipiell geeignet, der Wirtschaft einen spürbaren Wachstumsimpuls zu geben. "Aber dieser Impuls kommt im Spätstadium eines bereits lange andauernden Aufschwungs. Je später die Steuerreform in Kraft tritt, desto problematischer könnten die Folgen sein", erklärt der Ökonom.

"Die US-Wirtschaft stößt zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Stärker steigende Löhne sind zu erwarten, was wiederum die Inflation nach oben treiben dürfte. Die Notenbank würde bei lehrbuchgemäßem Vorgehen darauf mit einer schärferen Gangart reagieren, und dies hätte schneller steigende Zinsen zur Folge", sagt Angermann. Steigende Zinsen könnten dem Aufschwung in den USA ein Ende bereiten. Die Option, dass die Notenbank sich mit Zinserhöhungen zurückhält, ist kaum besser: Dann würden steigende Inflationsraten über eine Schmälerung der Kaufkraft dem ursprünglich positiven Impuls entgegenwirken.

Unsicherheiten nehmen zu
Noch sei es sicher zu früh, das Ende des laufenden Aufschwungs auszurufen, sagt Angermann: "Möglicherweise profitieren die Aktienmärkte zunächst noch von den Aussichten auf steigende Unternehmensgewinne." Aber die Unsicherheiten über eine Fortsetzung des Aufschwungs nähmen infolge der beabsichtigten Steuerreform eher zu. (fp)