Die weltweite Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt nach der großen Finanzkrise 2008 geht bald in ihr zehntes Jahr – und noch immer ist kein Ende in Sicht. Allerdings steigt die Anfälligkeit für temporäre Korrekturen, sagt Robert Beer, Geschäftsführer von Robert Beer Investments. "Es findet derzeit eine gewisse Blasenbildung statt. Gewisse Segmente sind hoch bis extremhoch bewertet", sagt der Fondsprofi. Er rät Anlegern, überbewertete Märkte und Sektoren unterzugewichten oder gleich ganz zu meiden. Investitionen in gute Unternehmen sollten aber auch in den nächsten Jahren solide Gewinne versprechen.

Meiden sollten Anleger den US-Aktienmarkt und insbesondere die großen Techtitel, sagt Beer. Er hält sie derzeit für relativ teuer. Sie böten nur noch wenig Steigerungspotenzial bei gleichzeitig erhöhtem Korrekturrisiko. Auch Small und Mid Caps in den USA und in Europa hält Beer für zu hoch bewertet. Unter Renditegesichtspunkten rät Beer erwartungsgemäß außerdem von Bundesanleihen ab. "Nur die Bonität spricht für diese Anlage. Bei steigenden Zinsen drohen deutliche Verluste", sagt Beer. "Zudem zehrt die Inflation am realen Wert." Aber auch Unternehmensanleihen sieht er kritisch. "Hier besteht nicht nur das Zinsänderungs-, sondern auch ein Bonitätsrisiko", sagt Beer.

Blue Chips sind unterbewertet
Vernünftig bewertet findet Beer nach wie vor große deutsche und europäische Blue Chips. "Diese Unternehmen verdienen aktuell sehr gut, und auch die Aussichten für die künftigen Gewinne sind sehr gut", sagt Beer. In den meisten institutionellen Depots und Fonds sind diese Werte derzeit eher unterrepräsentiert. Das könnte sich nach Einschätzungen von Beer in den nächsten Jahren sehr positiv auswirken: Sobald sich die Meinung der Investoren ändert. (fp)