Der US-Dollar hat gegenüber anderen großen Währungen in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben. Eine anhaltende Dollar-Schwäche ist aber unwahrscheinlich, sagt Larry Hatheway, Chefökonom beim Fondsanbieter GAM.

Erstens handele es sich bei den spekulativen Positionen am Markt vor allem um Short-Positionen. "Das dürfte den Verkaufsdruck künftig verringern." Zweitens rechneten die Anleger bis zum Jahresende nicht mehr mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed. "Damit liegen sie mutmaßlich falsch", so der Ökonom.

Der nächste geldpolitische Schritt der Fed dürfte darauf abzielen, die aufgeblähte Bilanz der Notenbank allmählich zu verkleinern. Trotzdem glaubt die Mehrheit der Entscheidungsträger, dass die US-Geldpolitik sehr expansiv bleibt – insbesondere angesichts der sinkenden Arbeitslosenquote. "Das lässt vermuten, dass die Fed den Leitzins in diesem Jahr noch einmal anheben und damit den Dollar stützen wird", sagt Hatheway. Die Schwächephase des Greenbacks könnte also bald zu Ende sein.

Aktien-Ausblick wird trüber
Insgesamt wird die zweite Jahreshälfte Anlegern voraussichtlich eher mäßige Erträge bescheren, schätzt der GAM-Ökonom. Nach einer zwölfmonatigen, nahezu ununterbrochenen Hausse beginnen die Aktienmärkte allmählich zu schwächeln.

Dramatische Einbrüche sind allerdings nicht in Sicht. "Geopolitische Risiken sorgen zwar für eine kurzfristige Erhöhung der Volatilität", sagt Hatheway. Das moderate globale Wachstum und die geringe Inflation sprechen aber noch immer für Aktien. "Solange diese Kombination vorherrscht, dürften Verkaufswellen an den Aktienmärkten kurz und ohne große Einschnitte verlaufen." (fp)