Die Fundamentaldaten vieler Schwellenländer sind solide, die Wachstumsaussichten gut, sagt Paul McNamara, Emerging-Markets-Spezialist beim Fondsanbieter GAM. Mehrere Faktoren schüren allerdings Unsicherheit an den Rentenmärkten der Schwellenländer. So hat der starke US-Dollar zuletzt Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen unter Druck gesetzt. Mittelfristig dürfte die Dollarstärke zwar keinen Bestand haben, sagt McNamara. Auf kurze Sicht spricht aber einiges dafür, dass der Greenback noch weiter aufwertet.

Auch Risiken in einzelnen Emerging Markets sollten Anleger vorsichtig werden lassen. Zum Beispiel in der Türkei: Die türkische Lira hat zuletzt massiv abgewertet, Privathaushalte und Unternehmen in dem Land sind hoch verschuldet. "Die Kreditbedingungen wurden gelockert statt gestrafft", sagt der GAM-Stratege. Die Türkei ist mit ihrer hohen Fremdwährungsschuld, ihrem anfälligen Bankensektor, ihrer Abhängigkeit vom Baugewerbe und ihrer politischen Entwicklung ein schwieriges Terrain für Bond-Investoren, warnt McNamara.

Südamerika lohnt sich
Wegen der guten Langfrist-Aussichten für Emerging Markets will man bei GAM die Übergewichtung in den meisten Hochzinswährungen mit soliden Fundamentaldaten beibehalten. "Dazu zählen der Rubel, der mexikanische Peso Nuevo, der brasilianische Real und der peruanische Sol", erklärt McNamara. "Auch im argentinischen Peso sind wir übergewichtet." In der türkischen Lira ist GAM dagegen stark untergewichtet, ebenso im polnischen Zloty – um das Risiko durch den starken Greenback etwas abzufedern. (fp)