Der jüngste Ausverkauf an den Aktienmärkten spiegelt nicht die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum oder die Fundamentaldaten der Unternehmen in Europa wider, erklärt der Fondsanbieter GAM. "Stattdessen könnte die Korrektur vielmehr als Reaktion des Marktes verstanden werden, der sich von einem extrem niedrigen Volatilitätsniveau lediglich normalisiert hat", sagt Niall Gallagher, Investment Director für europäische Aktien. Die Verkäufe könnten die daraus resultierende kurzfristige Neupositionierung einiger Marktteilnehmer widerspiegeln. 

Prinzipiell sehen die Fundamentaldaten für europäische Aktien mit einem starken Wirtschaftswachstum, einem guten Gewinnwachstum der Unternehmen und eher durchschnittlichen Bewertung sehr gut aus, so Gallagher. Es gebe keinen besonderen Grund zur Panik, da die Wirtschaftsdaten in den USA und Europa nach wie vor stark und die Aussichten für das globale Wachstum robust seien. Auch Schwellenländeranleihen in Lokalwährung dürften davon profitieren, erwartet er.

Marktbewegungen triggern Risikomanagement-Systeme
Das auffälligste Merkmal der turbulenten Marktbewegungen sei die Diskrepanz zwischen den Veränderungen bei den Aktienkursen verglichen mit anderen Anlageklassen. Zu den meistgehandelten Trades zählten Long-Positionen auf die Aktienmärkte und Short-Positionen auf die implizite Aktien-Volatilität. "Auch wenn diese technischen Faktoren zum Ausmaß der Korrektur beigetragen haben mögen, so scheint die Quelle der Marktkorrektur doch hauptsächlich von fundamentalen Faktoren getrieben zu sein", sagt Gallager: "Die Marktteilnehmer scheinen sich mit dem beginnenden Abschied von der sogenannten neuen Normalität abzufinden." (fp)