Verdiene ich genug? Wer das für sich beantworten will, braucht Kollegen erst gar nicht zu fragen. Nach wie vor bleibt das eigene Gehalt Geheimsache. Deutlich auskunftsbereiter und ehrlicher sind Arbeitnehmer nur, wenn sie anonym zu ihren Bezügen befragt werden. Stepstone, laut eigenen Angaben Deutschlands führende Online-Jobbörse, tut das regelmäßig. Zuletzt wurden im Herbst 2017 rund 50.000 Fach- und Führungskräfte zu ihren Gehältern befragt und daraus der jährliche Gehaltsreport erstellt.


FONDS professionell ONLINE hat die relevanten Zahlen speziell für Beschäftigte in der Finanz-, Versicherungs- und Bankenbranche in der Grafikstrecke oben aufbereitet.


Wichtigste Erkenntnis: Der Universitätsabschluss bleibt der wichtigste Schlüssel, um auf der Gehaltsskala vom Berufsstart weg einen großen Sprung nach vorne zu machen. Eine Fachkraft mit akademischem Abschluss verdient laut Stepstone-Daten in Deutschland – unabhängig vom übergeordneten Gewerbe – nach 20 Berufsjahren im Schnitt 79.262 Euro brutto pro Jahr. Das sind immerhin rund 23.000 Euro oder satte 41 Prozent mehr, als Kollegen ohne Hochschulabschluss nach Hause bringen. Am gefragtesten ist ein Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, wobei auch hier –  je nach "Einsatzgebiet" – Gehaltsdifferenzen herrschen: So können Key Account Manager im Schnitt rund 75.730 Euro brutto verdienen, während es "Project Manager" nur auf 58.653 Euro bringen. 

Generell dürfen sich Finanzprofis mit einem mittleren Bruttogehalt von 61.173 Euro pro Jahr unverändert zu den Gutverdienern zählen. Übertroffen wird ihr Durchschnittsverdienst nur von Ingenieuren (66.958 Euro) und IT-Experten (64.837 Euro). Die einst bevorzugte Bankenbranche ist – zumindest für Bewerber, denen der Verdienst am wichtigsten ist – allerdings längst nicht mehr der großzügigste Geschäftszweig.

Weibliche Beschäftigte im Nachteil
Unverändert Anlass für Diskussionen dürften die von Stepstone festgestellten, teilweise erheblichen Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern geben. So liegt das für 2017 ermittelte durchschnittliche Bruttogehalt weiblicher Finanzprofis mit 52.289 Euro zwar rund 1.100 Euro oder umgerechnet gut zwei Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres – aber immer noch knapp ein Viertel unter den Bezügen der männlichen Kollegen. (ps)


Über den Stepstone Gehaltsreport
Stepstone hat im Herbst 2017 eine Online-Befragung zum Thema Gehalt durchgeführt. Rund 50.000 Fach- und Führungskräfte haben an dieser Umfrage teilgenommen. Der Gehaltsreport zeigt die durchschnittlichen Gehälter für Fach- und Führungskräfte, aufgeteilt nach Berufsfeld, Region, Branche und Berufserfahrung. Etwa 70 Prozent der Befragten waren Fachkräfte ohne Personalverantwortung. Führungskräfte waren zu 30 Prozent vertreten. Bei der Auswertung wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit nur die Angaben derjenigen Umfrageteilnehmer berücksichtigt, die in Vollzeit arbeiten.