Männer können besser einparken, Frauen besser zuhören. Ob es sich bei diesen Annahmen um reine Klischees handelt oder nicht, wird in Untersuchungen immer wieder einmal geprüft – mit unterschiedlichen Resultaten. Und wie ist es beim Portfoliomanagement? Verstehen sich Männer oder Frauen besser darauf?

Am besten läuft es, wenn Fonds von gemischten Teams verwaltetet werden, Frauen und Männer also zusammenarbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Alpha-Female-Studie, die der Branchendienst "Citywire" erstellt hat. Die untersuchten Daten decken die vergangenen drei Jahre bis Ende Mai 2018 ab. Sie erstrecken sich auf alle Investmentsektoren und Manager, die Citywire in seiner Datenbank mit über 16.000 Fondsmanagern erfasst hat.

Höhere Performance, weniger Risiken
Gemischte Teams erzielten über drei Jahre eine höhere Performance für ihr Geld, heißt es in der Studie. Dabei gehen sie geringere Risiken ein, als es bei Portfolios der Fall ist, die ausschließlich von männlichen Investment-Profis verwaltet werden. Über einen Zeitraum von drei Jahren verhelfen Männer und Frauen zusammen Fonds auch zu einer besseren Entwicklung als rein weibliche Teams. Dies liegt daran, dass Frauen allein weniger riskant anlegen.

Die Ergebnisse der Untersuchung ändern sich auch dann nicht, wenn die Entwicklung von Fonds nach Anlageklassen unterteilt betrachtet wird: Im Vergleich zu Portfolios, die nur von einem Geschlecht verwaltetet werden, lieferten gemischte Teams in den vergangenen drei Jahren die bessere Performance – ob es sich nun um Aktien-, Anleihen- oder Mischfonds handelte.

Nur jeder zehnte Portfoliomanager ist weiblich
Allerdings sind weibliche Fondsmanager nach wie vor die Ausnahme. Der Alpha-Female-Studie zufolge, die Citywire bereits zum dritten Mal erstellt hat, ist aktuell nur jeder zehnte Portfoliomanager eine Frau. (am)