Laut Ansicht von Generali Investments wird es diese Woche an den Märkten spannend. Geht es weiter runter mit den Aktienkursen, könnten zusätzliche Investoren die Reißleine ziehen und verkaufen. Dafür verantwortlich ist die Entwicklung der vergangenen Börsenwoche, die von einer deutlichen Börsenkorrektur geprägt war. Während der S&P 500 einen Verlust von 5,2 Prozent verzeichnete, mussten auch andere Indizes deutliche Verluste hinnehmen.

Ursache des Rücksetzers an den globalen Märkten war eine Neubewertung des Risikos steigender Zinsen, wobei der Effekt durch den algorithmischen Handel wohl noch verstärkt wurde. Sektoren, die am stärksten der höheren Marktvolatilität ausgesetzt waren wie etwa Finanztitel, litten stärker, aber auch defensive Aktien konnten die Auswirkungen nicht abfedern. Die Volatilität stieg von zunächst 13,5 zu Beginn des Monats auf 50,3, bevor sie schließlich auf 29,1 zurückfiel. Dennoch profitierten die Kern-Staatsanleihen als sichere Häfen nicht von steigenden Zuflüssen aus den Aktienmärkten, da die Erwartungen einer höheren Inflation und einer strafferen Geldpolitik der Notenbanken vorherrschten.

Weitere Zwangsverkäufe voraus?
Angesichts der aktuellen Marktlage sei es laut Generali IM eher unwahrscheinlich, dass die Investorennervosität bald zurückgehen werde. Weitere Marktschwankungen können Investoren dazu zwingen, ihre Portfolios umzuschichten, was weitere Kapitalabflüsse bedeuten würde.

Ein weiterer Risikofaktor ist die mögliche Trendumkehr bei den Mittelzuflüssen in Aktien-ETFs, die sich zuletzt eine geradezu eplosionsartigen Popularität erfreuten. "All diese Faktoren werden die Aktienkurse mit aller Wahrscheinlichkeit belasten. Aber erst eine deutlich stärkere Korrektur der Aktienkurse würde zu einer Verschärfung der finanziellen Bedingungen führen, die groß genug wäre, um die Fed von ihrem monetären Normalisierungskurs abzubringen," erklärt Generali Investments.

Auf makroökonomischer Seite sollte die US-Inflation für Januar, deren Daten für Freitag erwartet werden, eine stabile Kernrate signalisieren. Allerdings dürften Überraschungen nach oben wohl nicht unbemerkt bleiben. Der erwartete Aufwärtstrend bei der Kapazitätsauslastung wird die solide Erholung in der Fertigung bestätigen. (aa)