Die Fondsbörse Deutschland, die den größten Zweitmarkt für geschlossene Fonds betreibt, hat ihr Geschäftsmodell erweitert. Vor kurzem ist ihre Vertriebsplattform www.erstmarkt.de im Internet gestartet. Anleger können direkt über das Portal Sachwertinvestments erwerben, wobei der Zeichnungsprozess komplett digital abläuft. "Die Umsetzung der vollständigen onlinebasierten Zeichnung seitens der Emittenten steht allerdings noch aus. Diese arbeiten fast ausschließlich noch mit klassischen Zeichnungsscheinen", berichtet Alex Gadeberg, Vorstand der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG.

Gadeberg hatte das Portal vor gut einem Jahr angekündigt. Es hätte ursprünglich schon im 2016 online gehen sollen. Die Herausforderungen des "komplexen Zeichnungsprozesses" scheinen aber größer als erwartet gewesen zu sein. Gadeberg dazu: "Neben der rechtssicheren Umsetzung – unter Berücksichtigung des Kapitalanlagegesetzbuchs und des Wertpapierhandelsgesetzes – spielen bei einer onlinebasierten Plattform auch die IT-Sicherheit und Usability eine große Rolle."

Der klassische Vertrieb soll das Tool einsetzen
Momentan ist eine Beta-Version der Internetplattform in Betrieb, mit der Praxis-Erfahrungen gesammelt werden soll. Daraus werden laut Fondsbörse die Plattform und der Zeichungsprozess "laufend optimiert". Die reale Testphase soll rund sechs Monate dauern. Künftig soll die Zeichnungsplattform auch als Partnerplattform von Banken, Vermögensverwaltern und Vermittlern genutzt werden können.

Zurzeit können Anleger über den Fondsbörse-Erstmarkt Anteile an drei Publikums-AIF mit Immobilien in den USA und in Deutschland erwerben. Die Produkte stammen von Jamestown und Wealthcap. Die Offensive der Fondsböse ist Ausdruck der Digitalisierung der Sachwertinvestmentmarks, mit der sich die Branche schwer tut und die bisher sehr schleppend verläuft. Efonds startete voriges Jahr wie berichtet die "eDirektzeichnung" und hat dafür nicht nur Lob erhalten, sondern auch Widerstand zu spüren bekommen. (ae)