Dass er den Brexit für handwerklich schlecht gemacht und politisch schlecht vorbereitet hält, hat Lloyd Blankfein mehrfach kundgetan. Für sein Haus, die US-Investmentbank Goldman Sachs, hat der selbstbewusste Vorstandschef längst einen "Plan B" in der Schublade. Sollte Großbritannien tatsächlich, wie vom Wahlvolk beabsichtigt, aus der EU austreten, wird die von ihm geführte Bank ihre Brücken zur Insel ebenfalls abbrechen und aufs Festland umsiedeln.

Eventuell könnte man sich die Umzugskosten auch sparen. Vielleicht deshalb hat sich Blankfein per Twitter nun erneut in die schleppende Brexit-Diskussion eingemischt und öffentlich darüber sinniert, ob die Briten nicht am Ende der Verhandlungen mit der EU ein zweites Mal über ihren Austritt abstimmen sollten.


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"Hier im Vereinigten Königreich haben viele Manager (...) ein besseres Gespür für den harten und risikoreichen Weg, der vor ihnen liegt“, teilte Blankfein via Twitter mit. Es widerstrebe ihnen, das so zu deutlich sagen, aber viele wünschten sich ein "bestätigendes Votum über eine Entscheidung, die so monumental und irreversibel ist". Abschließend fragt Blankfein in die Runde seiner Follower: "Wenn so viel auf dem Spiel steht, wieso nicht sicherstellen, dass der Konsens weiterhin trägt?"

Brexit-Befürworter kritisierten Blankfein derweil scharf: "Der Goldman-Chef glaubt eindeutig nur dann an die Demokratie, wenn sie mit der Ansicht einiger weniger Konzernchefs zu vereinbaren ist", zitiert das "Handelsblatt" Richard Tice von der Gruppe Leave Mens Leave. (ps)